Konzeption und Herstellung einer Gamer Maus

By | 24. Februar 2015

Für die meisten PC Gamer ist und bleibt die Maus das Kontrollgerät erster Wahl. Dabei handelt es sich zwar auch (aber keineswegs nur) um eine bewusste Abgrenzung zu den Controller-abhängigen Konsoleros. Vor allem jedoch ist die Maus ohnehin das gebräuchlichste Eingabegerät am Computer. Zudem lassen sich manche Genres mit einer Maus schlicht besser spielen. Zum Beispiel Echtzeit Strategie Spiele, in denen man den Cursor so frei und gewohnt wie auf dem Desktop bewegen kann.

Auch bei Shootern bevorzugen viele die Maus, da man aus dem Handgelenk frei in alle Himmelsrichtungen zielen kann, ohne mit zwei Knüppeln oder gar einem altbackenen Steuerkreuz (Oh Graus!) irgendwo zwischen Horizontale und Vertikale zu verzweifeln.

Aus diesen Präferenzen heraus sind mit der Zeit die Gamer Mäuse entstanden, die vollends das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden – ganz im Sinne eifriger PC Gamer und Nutzer. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Herstellung einer solchen Gamer Maus. Doch steht zuvor eine grundlegende Frage im Raum:

Was zeichnet eine gute Gamer Maus aus?

Videospiele allgemein sind mit der Zeit immer umfangreicher geworden. Dementsprechend ergaben und ergeben sich immer höhere Ansprüche an die Qualitäten und Möglichkeiten von Mäusen als Kontrollgerät. Beispielsweise werden klassische Korridor Shooter immer seltener. Stattdessen hat man zunehmend einen Genre Mix, in dem die Grenzen aus Ego Shooter und Sandbox Game verwischen. Man denke an die Far Cry Serie oder Kriegssimulationen wie ARMA und das bekannte DayZ Spin-Off, um nur einige von dutzenden bekannten Beispielen zu nennen.
Kurzum: Je mehr Möglichkeiten Videospiele bieten, desto mehr Lösungen zur kontrollierten Umsetzung muss eine Gamer Maus gestatten.

Ergonomische Haptik – Schon seit der ersten Gamer Maus ist es eine wichtige Anforderung, dass diese grundsätzlich gut und auch bei langer, intensiver Nutzung angenehm in der Hand liegt. Gerade in Spielen, wo es hektisch zur Sache geht, darf die Maus kein Hemmschuh sein. Insbesondere in Multiplayer Games oder bei waschechten E-Sport Events tritt dieses profunde Qualitätsmerkmal in den Vordergrund.

Viele sinnvoll platzierte Tasten
– Ebenso wichtig für die Handhabung ist, dass eine Gamer Maus viele einfach erreichbare Tasten bietet. Moderne Games, in denen allerhand Gameplay Elemente und Mikromanagement zum Tragen kommen, verlangen eine umfangreiche Tastenbelegung. Je mehr Tasten eine Gamer Maus bietet, desto mehr kann man das Geschehen von der Tastatur auf die Maus verlagern,

Die Logitech G500s Laser Gaming Maus mit extra Tasten für Gamer

sodass das Meiste immer noch aus einer Hand kommt. Dabei müssen die Tasten sinnvoll platziert sein, um das Handling der Maus nicht zu beeinträchtigen. Was für Tasten man wo anbringt, ist also nicht nur vom technischen sondern ebenso vom praktischen Gesichtspunkt eine wichtige konzeptionelle Entscheidung.

Innovative Kontrollen – Gerade in modernen, vielseitigen Videospielen ergeben sich immer wieder Situationen, die man mit klassischen Mauskontrollen nicht ideal zu bewältigen sind. Man denke beispielsweise an Spiele, in denen man Vehikel oder Flugzeuge steuern kann. 08/15 Mauskontrollen gestatten keinerlei Einfluss darüber, ob man nun viel, etwas oder wenig Gas gibt. Entweder drückt man auf den zugewiesenen Mausknopf und somit das Gaspedal bis zum Boden durch …. oder eben nicht.

Roccat Kone XTD Max Customization Gaming Maus – Optisch ansprechend durch diverse Leuchten und ein extravagantes Design.

Innovative Eingabemöglichkeiten, wie dosierbarer Knopfdruck oder Sidescrolling, werden immer wichtiger – und bereichern ebenso die Möglichkeiten moderner Gamer Mäuse als Eingabegeräte für den konventionellen Gebrauch.

Gute FeinjustierungDPI – Ein Merkmal von Gamer Mäusen ist die Möglichkeit, die Bewegungsgeschwindigkeit bzw. Eingabesensibilität des Mauscursors genau zu regeln. Entscheidend sind dazu die “dots per inch“ – kurz: DPI. Diese legen fest, wie genau/kontrolliert bzw. schnell sich der Cursor verschieben lässt. Die meisten Gamer streben dabei einen Kompromiss an, der durchaus tricky sein kann: Je höher die eingestellten DPI, desto schneller bewegt sich zwar der Mauscursor (sprich: Kleinere Handstreiche bewegen den Cursor weiter). Man zielt also schneller. Allerdings kann man auch schneller über das Ziel hinausschießen. Es hängt also vom Spiel und nicht zuletzt der eigenen Spielweise ab, ob man mit einer hohen, moderaten oder niedrigen DPI Rate am besten zurechtkommt. Doch um das festzustellen, muss man sie erst mal feinjustieren können; ein insofern regelmäßiges Feature in jeder anständigen Gamer Maus.

Aussehen – Nicht zuletzt spielt die Optik eine Rolle. Generell geben die Hersteller Gamer Mäusen ein zumeist dynamisches, sportliches und somit unkonventionelles Aussehen. Dadurch heben sie sich von herkömmlichen Computermäusen ab und haben ein edleres Erscheinungsbild. Unterstrichen wird dies durch optionale Gimmicks, wie zum Beispiel der weit verbreiteten Möglichkeit der Beleuchtung mittels LED. Und warum auch nicht? Wenn die Gamer Maus schon der massiv gepimpte Sportwagen unter den Computermäusen ist, darf sie auch ruhig so aussehen.

Herstellungsschritte einer Gamer-Maus

Eine Gamer Maus durchläuft in der Herstellung mehrere Stufen, die sich wie folgt darstellen:

Erste Konzeption
Während der frühen Konzeptionsphase werden die Anforderungen an die Gamer Maus und die darauf basierenden und angestrebten Features besprochen. Hier findet viel Brainstorming statt und Designer sowie Ingenieure stecken die Köpfe zusammen – auf der Suche nach der Gamer Maus, die die Welt noch braucht. Erste konkrete Ideen werden in dieser Phase als Konzeptzeichnungen zu Papier gebracht.

Erste Rohlinge
Basierend auf diesen Konzeptzeichnungen werden die ersten plastischen Entwürfe hergestellt. Dies sind meist Rohlinge aus Gummi oder Knetmasse. Anhand der Rohlinge kann man erste Eindrücke darüber gewinnen, wie sich die Handhabe und Form der Maus anfühlt, wie man beides verbessern könnte und wie die Tastenbelegung aussehen sollte. Sobald im Rahmen dieser Entwicklungsstufe konkretere Ideen aufkommen, werden erste Rohlinge mittels 3D Drucker hergestellt, die dem späteren Produkt optisch sowie haptisch recht nahekommen können. Natürlich dienen auch diese Rohlinge dazu, Tastenbelegung, Ergonomie und technische Machbarkeit bestmöglich aufeinander abzustimmen. Wenn all dies nach den Wünschen der Designer passt, ist die Konzeptionsphase abgeschlossen.

Prototypen
Auf Grundlage der vollendeten Konzeption wird der erste Prototyp hergestellt, sodass die Maus nun technisch auf Herz und Nieren geprüft werden kann. Wenn nach dieser Testphase alle Baustellen behoben worden sind, ist die Gamer Maus reif für die Serienproduktion.

Produktion und Vermarktung
Entwurf, Produktion und Vermarktung kommen nahezu nie aus ein und derselben Hand. Zumeist lagern die Designer die industrielle Herstellung ihrer Gamer Mäuse komplett aus. Eingabegeräte wie Mäuse bestehen aus sehr vielen Einzelkomponenten, die zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzufügen (insbesondere in Massenproduktion) industrielle und logistische Infrastrukturen erfordert. Also Erfordernisse, die ein Studio bestehend aus einigen High-End PCs, Computerspiel Enthusiasten und leeren Pizza Kartons eher nicht erfüllt. Dementsprechend findet die Serienproduktion an geeigneten Standorten mit umfassend aufgestellten Elektronikherstellern, wie es bspw. in China der Fall ist, statt.

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